Praxis für Pneumologie
 
Dr. med. Silke Mronga & Dr. med. Lukas Jerrentrup -  Fachärzte für Innere Med. / Pneumologie / Schlafmedizin / Allergologie  Praxismitglied des Allergiezentrums Hessen - Ambulantes Schlaflabor

CORONA (Covid-19)-Pandemie und Lungenerkrankungen

Sollten Sie an Fieber leiden, melden Sie sich bitte telefonisch vor Ihrem Termin bei uns!

Bitte kommen Sie wenn möglich ohne Angehörige in die Praxis


UNSERE ANTWORTEN AUF IHRE FRAGEN ZUM THEMA CORONA (wird laufend aktualisiert):

 

FFP-2-Masken für Risikogruppen

Wegen der anhaltend hohen Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 trotz der Lockdown-Maßnahmen sollen besonders gefährdete Personen mit FFP-2-Masken versorgt werden. Seit dem 15. Dezember 2020 konnten sich über 60-Jährige sowie Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen oder Risikofaktoren kostenlose FFP2-Schutzmasken in der Apotheke abholen. Das sieht die Coronavirus-Schutzmasken-Verordnung vor, die seit am 15.12.2020 in Kraft ist.

Ab Januar 2021 sollen die berechtigte Patienten in einem zweiten Schritt mit weiteren Masken versorgt werden. Alle Berechtigten erhalten dann zwei fälschungssichere Coupons für jeweils sechs Masken von ihren Krankenkassen oder ihrer privaten Krankenversicherung. Diese können sie in zwei klar definierten Zeiträumen im neuen Jahr ebenfalls in den Apotheken einlösen. Die Anspruchsberechtigten zahlen dann pro eingelöstem Coupon einen Eigenanteil von zwei Euro hinzu.

Zu den Anspruchsberechtigten gehören auch Patienten < 60 Jahren mit einer Asthma- oder COPD-Erkrankung. Wenn Sie Asthma/COPD-Patient unserer Praxis sind, können Sie zu unseren Öffnungszeiten vorbeikommen, dann werden wir Ihnen für die Apotheke bescheinigen, dass Sie an der entsprechenden Krankheit leiden.

 

-> Corona-Impfung

Wie viele Impfstoffe sind denn inzwischen zugelassen?

Es sind seit dem 6.1.2021 nun inzwischen zwei sogenannte mRNA-Impfstoffe zugelassen, neben BIONtech seit Dezember 2020 nun auch der Impfstoff von der Firma moderna.

 

Wie kann ich mir einen Impftermin vereinbaren?

Leider ist das in jedem Bundesland anders geregelt. In Hessen können Sie ab dem 12. Januar 2021 über die Telefonnummer 116117 einen Impftermin vereinbaren (wenn Sie zur Personengruppe der höchsten Priorität gehören, also zum Beispiel über 80 Jahre alt sind). Außerdem können Sie über die Homepage www.impfterminservice.de einen Termin vereinbaren.

 

Wie genau wie die Impfung verteilt? Wer kommt zuerst dran?

Gemäß den Empfehlungen der sogenannten Ständigen Impfkommission beim RKI (STIKO) sieht die Priorisierung des zur Zeit noch knappen Impfstoffes wie folgt aus:

In der 1. Stufe sollen folgende Personengruppen geimpft werden:

BewohnerInnen von Senioren- und Altenpflegeheimen

Personen im Alter von ≥ 80 Jahren

Personal mit besonders hohem Expositionsrisiko in medizinischen Einrichtungen (z. B. in Notaufnahmen, in der medizinischen Betreuung von COVID-19-PatientInnen)

Personal in medizinischen Einrichtungen mit engem Kontakt zu vulnerablen Gruppen (z. B. in

der Onkologie oder Transplantationsmedizin)

Pflegepersonal in der ambulanten und stationären Altenpflege

Andere Tätigkeiten in Senioren- und Altenpflegeheimen mit Kontakt zu den BewohnerInnen

 

Können Sie mir eine Bescheinigung ausstellen, dass ich schnell geimpft werden kann?

Da zunächst nur die 1. Stufe von Personen geimpft werden kann (da noch nicht genügend Impfstoff vorrätig ist), sind hier noch keine Bescheinigungen durch Haus- oder Fachärzte hilfreich bzw. überhaupt möglich. Zunächst werden nur die genannten Personengruppen geimpft, die keine ärztlichen Bescheinigungen benötigen. Wenn die zweite Gruppe geimpft wird, informieren wir hier natürlich entsprechend aktuell. Leider ist aktuell auch noch völlig unklar, wie dann eine entsprechende Bescheinigung aussehen wird.

Die zweite Gruppe der Patienten, die eine Impfung bekommen werden, beinhaltet:

  • Personen im Alter von ≥75 – 79      Jahren
  • Personal mit hohem      Expositionsrisiko in medizinischen Einrichtungen
  • Personen mit einer Demenz oder      geistigen Behinderung in Institutionen
  • Tätige in der ambulanten oder stationären Versorgung von Personen mit Demenz      oder geistiger Behinderung
  • Personen      mit Down-Syndrom (Trisomie 21)

Was ist das denn mit dieser mRNA-Impfung? Ist die nicht gefährlich, ist doch noch eine ganz neues Verfahren?

Es ist richtig, dass wir es zumindest bei den Firmen moderna, CureVac und BioNTech mit einem sogenannten mRNA-Impfstoff zu tun haben. Bei mRNA-Impfstoffen handelt es sich um ein relativ neuartiges Prinzip, bei dem nicht ein sogenanntes virales Antigen verimpft wird, sondern quasi die „Bauanleitung“ dafür. Tatsächlich enthält die Impfung also keine eigentlichen Virusbestandteile, sondern nur die „Bauanleitung“ für die Virushülle.

Zu den Bedenken gegenüber dieser Technik: Fragen zu Erbgutschäden durch die Impfung widerspricht der Chef des sogenannten Paul-Ehrlich-Institutes Professor Dr. Klaus Cichutek eindeutig. Hierfür ergeben sich überhaupt keine wissenschaftlichen Erkenntnisse. Außerdem ist die mRNA- Forschung nicht mehr ganz neu:

Curevac forscht als erstes Unternehmen weltweit zum Beispiel bereits seit 2003 an mRNA- Impfstoffen. Zunächst war die Zielsetzung der Einsatz die Krebstherapie. Bisher werden mRNA-Impfstoffe bei Krebs zwar noch nicht erfolgreich eingesetzt, in den Studien waren aber keine außergewöhnlichen Nebenwirkungen festgestellt worden. Andere „klassische“ Impfungen wie zum Beispiel eine Tollwutimpfung werden bereits seit Jahren in mRNA auch an Menschen untersucht.

 

Können Sie denn ausschließen, dass unter der mRNA-Impfung Spätschäden auftreten?

Natürlich gibt es grundsätzliche keine 100%ige Sicherheit. Zum heutigen Zeitpunkt kann man seltene unerwartete späte Folgen einer Impfung nicht vollständig ausschließen. Wohl aber muss man feststellen, dass bei Anwendung an vielen tausend Patienten in den bisherigen Studien keine Hinweise hierfür festgestellt wurden. Die bekannten Impfreaktionen entsprechen in etwa einer typischen Reaktion bei der Grippeimpfung und sind als harmlos einzustufen.

Man muss auch auf die Frage hinsichtlich möglicher Spätfolgen am besten mit einer Gegenfrage antworten: Was wäre dann die Alternative? Wenn wir also aus Sorge wegen eventueller Nebenwirkungen auf eine Impfung gegenüber COVID 19 verzichten würden, wäre ja die langfristige Folge, dass über die Monate und Jahre durch tatsächliche Corona-Infektionen dann eine sogenannte „Herdenimmunität“ aufgebaut würde. Hierbei würde es zu vielen Todesfällen kommen. Außerdem wissen wir bereits, dass es durchaus Hinweise für Langzeitfolgen einer Coronaerkrankungen gibt.

Insofern sollte eigentlich die Abwägung einer als sehr sicher einzustufenden Impfung gegenüber durchaus realistischen Langzeitfolgen einer Corona-Erkrankung dazu führen, dass man eindeutig die Empfehlungen zu einer Corona-Impfung aussprechen kann.

Sehr informativ ist auch folgendes Video zu genau den Themen "Wirkweise und potentielle Risiken der mRNA-Impfstoffe gegen COVID19" von Martin Moder: https://youtu.be/0LnkoEOHSiM

 

Würden Sie sich denn mit dem neuen mRNA-Impfstoff impfen lassen?

Wir haben uns bereits im Rahmen der Nebentätigkeit als Notärzte im Landkreis Marburg-Biedenkopf impfen lassen. Insofern können wir diese Frage guten Gewissens bejahen.

 

AstraZeneca-Impfstoff

Der von der Universität Oxford zusammen mit AstraZeneca entwickelte Impfstoff ist nicht auch mRNA-Basis, es handelt sich hier um ein Schimpansen-Adenovirus, das als Vektor genutzt wird. Bisher wird aber den mRNA-Wirkstoffen eine deutlich bessere Schutzwirkung attestiert.

 

Ich habe eine Blutverdünnung aufgrund einer Herzerkrankung. Kann ich die Coronaimpfung dennoch bekommen?

Die Coronaimpfung ist nur als sogenannte intramuskuläre Impfung geplant, dennoch gibt es keine Kontraindikation wenn man eine Blutverdünnung einnimmt.

 

Muss ich die Maske weiter tragen, wenn ich dann eine Coronaimpfung habe?

Zunächst ändert sich an den Schutzmaßnahmen überhaupt nichts. Trotz Impfung kann der Körper Kontakt mit dem Coronavirus haben, er erkrankt aber mit relativ hoher Sicherheit nicht. Zur Zeit ist allerdings nicht geklärt, ob man möglicherweise dennoch ansteckend sein könnte. Insofern sind für die nächsten Monate keine Änderungen hinsichtlich der Schutzmaßnahmen und/oder der Quarantäne zu erwarten.

-> aktuelles zur Influenza-Impfung finden Sie am Ende dieser Seite

 

Wie ist denn zur Zeit die Lage im Landkreis Marburg-Biedenkopf?

Wie in ganz Deutschland ist insbesondere auch im Landkreis Marburg-Biedenkopf die Lage bezüglich Corona-Neuinfektionen sehr angespannt. Sie können die aktuelle lokale Entwicklung unter https://www.marburg-biedenkopf.de/soziales_und_gesundheit/corona/Aktuelle-Corona-Zahlen.php verfolgen - seit dem 18.9.2020 sogar mit detaillierter Angabe der Altersklassen der Infizierten (Quelle: Landkreis Marburg-Biedenkopf).


Quarantäneregelung, Indexpatient... - wer blickt denn da noch durch?

Der Landkreis Marburg-Biedenkopf stellt seit Anfang November 2020 sehr übersichtlich Antworten zu allgemeinen und behördlich/rechtlichen Fragen wie z.B. Quarantäneregelungen auf seiner Internetseite zur Verfügung. Sie gelangen dorthin über den folgenden Link: https://www.marburg-biedenkopf.de/soziales_und_gesundheit/hygiene/Coronavirus-Informationen.php

 

Ist es denn nicht gefährlich, jetzt in die Praxis zu kommen?

Nein, wir arbeiten mit FFP2-Masken, die Patienten kommen mit eigenem Mundschutz oder erhalten einen Mund-Nasen-Schutz durch uns. Außerdem können wir aufgrund unserer großzügigen Praxisräume größtmöglichen Abstand zwischen dem Patienten ermöglichen.

Daher melden Sie sich bitte auch im Vorfeld telefonisch bei uns, wenn Sie an Fieber leiden. Sinnvoll ist es, wenn Sie ohne Angehörige in unsere Praxis kommen.


Ist die Lungenfunktion unter Corona nicht gefährlich, kann ich mich da anstecken?

Nein, durch ein sicheres Filtersystem für jeden einzelnen Patienten ist eine Ansteckung auszuschließen! Außerdem werden die Kontaktflächen nach jeder Messung desinfiziert.


Sollte ich also auch meinen "normalen" Verlaufstermin wahrnehmen?

Eindeutig ja, da häufig eine weitere Verbesserung Ihrer inhalativen Therapie vorgenommen werden kann. Damit möchten wir Ihr persönliches Risiko im Rahmen der Corona-Pandemie möglichst gering halten.


Kann ich mein Rezept auch von Angehörigen abholen lassen?

Wenn Sie ein Patient sind, der bei uns in dauerhafter Behandlung ist, ist es in der aktuellen Situation selbstverständlich möglich, dass auch Angehörige mit Ihrer Genehmigung und Ihrer Versichertenkarte bei uns Folgerezepte abholen.


Gehöre ich als Patient mit einer Lungenerkrankung (Asthma, COPD...) zu der "Risikogruppe"?

Dies muss man aus unserer Sicht differenziert betrachten: insbesondere für Patienten mit einer leichten bis mittelschweren Asthma-Erkrankung, die ihre inhalativen Medikamente aktuell ganz konsequent anwenden, sehen wir kein erhöhtes Risiko.

Auch bei Patienten mit einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) halten wir ein Risiko bei den leichteren Krankheitsstadien für nicht relevant erhöht.

Patienten mit einer schwergradigen COPD gehören allerdings definitiv zu der immer wieder erwähnten Risikogruppe, weswegen die aktuellen Schutzmaßnahmen in Deutschland und weltweit umgesetzt werden.

Weitere Risikogruppen sind Patienten mit mehreren Vorerkrankungen, insb. auch Patienten mit Diabetes mellitus und/oder cardiovaskulären Erkrankungen.

Unsere Risikoeinschätung bestätigt sich eindeutig in der nun veröffentlichten Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und des BdP vom 27.4.2019 (siehe www.pneumologie.de/covid-19, dort den Menüpunkt Risikoabschätzung bei Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen). Hier wird dargelegt, dass kein erhöhtes Risiko für Patienten mit leichtem bis mittelschwerem Asthma erwartet wird, die unter ihren inhalativen Medikamenten gut eingestellt sind.


Was kann ich zu meinem persönlichen Schutz tun?

Die wichtigste Empfehlung ist, wie stets vom Robert Koch-Instituts (RKI) und der Bundesregierung wiederholt, die möglichst umfangreiche Vermeidung von sozialen Kontakten, Abstand halten, allgemeine Hygienemaßnahmen.

Wenn Sie ein moderates Asthma oder eine leichtgradige COPD haben, sollten Sie zusätzlich ganz unbedingt die von uns empfohlene inhalative Therapie konsequent anwenden. Weitere Maßnahmen sind zum aktuellen Zeitpunkt nicht zielführend und notwendig.

Für Patienten der Hochrisikogruppe (z.B. schwere COPD) gilt: ganz besonders auf die Vermeidung von Kontakten zu achten. Außerdem sollten Sie unbedingt unsere empfohlene Medikation einsetzen (und zwar konsequent!). Darüber hinaus haben wir in vielen Fällen bereits vorab eine Notfall-Medikation verordnet, die dann im Notfall auch selbstständig eingenommen werden kann.

Da bei Corona (Covid-19) außerdem auch gehäuft Komplikationen wie Herzinfarkte, Herzmuskelentzündungen auftreten, ist es nun noch dringender notwendig, einen aktiven Tabakkonsum (z.B. Zigarettenrauchen) unbedingt zu beenden!


Wie sieht das mit der Impfung gegen die Lungenentzündung aus? Schützt die?

Die sogenannte Pneumokokken-Impfung schützt nicht vor Corona (Covid-19), da die Impfung ausschließlich gegen eine bakterielle (nicht virale) Infektion durch Lungenentzündungserreger schützt. Allerdings kann eine Pneumokokken-Impfung vor möglichen Komplikationen bei einer Virus- und auch Corona-Infektion schützen, da bei einer Virusinfektion häufig zusätzliche Infektionen mit Bakterien auftreten.


Sollte ich mich gegen die Lungenentzündung jetzt impfen lassen?

Wenn Sie an einer chronischen Lungenerkrankung leiden, halten wir eine Impfung grundsätzlich für sinnvoll. Inzwischen ist der Impfstoff auch wieder besser verfügbar also noch zu Beginn der Corona-Pandemie.

Ganz unabhängig von der aktuellen Corona-Pandemie wird Patienten mit einer chronischen Lungenerkrankung in jedem Alter und Patienten ohne weitere Erkrankungen ab dem 60. Lebensalter eine Pneumokokken-Schutzimpfung gemäß der STIKO empfohlen.


Ist denn mein "Kortison-Spray" nicht aktuell eher schädlich?

Nein! kortisonhaltige inhalative Medikamente werden insbesondere in der Asthma-Therapie, weniger in der COPD-Therapie eingesetzt. Sie sind in der aktuellen Situation (aber auch sonst) außerordentlich wichtig, da sie die chronische Entzündung der Bronchien, die die Lungenerkrankung verursacht, erfolgreich behandeln können. Ihr persönliches Risiko (auch gegenüber Corona/Covid-19) wird durch eine konsequente Einnahme reduziert, nicht erhöht. Bitte lassen Sie nicht aus Angst vor der Kortisonmedikation in der aktuellen Situation die Medikamente weg.

COPD: bei der COPD-Erkrankung benötigen nur wenige Patienten eine Medikation, die auch ein inhalatives Kortison enthält. Wir haben die Medikamente sorgfältig an Ihre persönliche Situation angepasst. Sollten Sie ein sogenanntes Dreifach-Medikation haben (z.B. "Elebrato, Trelegy, Trimbow" - alle enthalten einen Kortisonwirkstoff), dann gilt auch hier: unbedingt und konsequent einnehmen!

Unsere Einschätzung zur Therapie mit kortisonhaltigen Medikamenten bestätigt sich eindeutig in der nun veröffentlichten Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und des BdP vom 27.4.2019 (siehe www.pneumologie.de/covid-19, dort den Menüpunkt Risikoabschätzung bei Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen beachten).


Muss ich mich als Patient mit einer Lungenerkrankung zum Schutz gegen eine Coronaerkrankung krankschreiben lassen?

Natürlich können Sie grundsätzlich keine Krankmeldung erhalten, wenn keine Krankheitssymptome vorliegen! Wir sehen auch überhaupt keine Grundlage, ein grundsätzliches Arbeitsverbot für unsere Patienten mit nicht schwergradigen Lungenerkrankungen zu empfehlen (leichtes bis mittelschweres Asthma und leichte COPD).

Allerdings kann es natürlich insbesondere für Patienten mit zum Beispiel schwerer COPD und höherem Lebensalter (> 60 Jahre) medizinisch weiterhin durchaus sinnvoll sein (je nach Arbeitsplatz) zur Zeit zu Hause zu bleiben!

Dies muss aber immer und unbedingt mit dem Arbeitgeber direkt abgeklärt werden, der in der aktuellen Situation sicherlich Verständnis hierfür hat und eine einvernehmliche Lösung mit Ihnen finden wird (z.B. Home-Office etc.).


Ich fühle mich erkältet und bin unsicher, ob ich Corona (COVID-19) habe. Was soll ich machen?

Natürlich steht hier in erster Linie der Kontakt zu Ihrem Hausarzt im Vordergrund, der das weitere Vorgehen entscheidet. Schnupfen ist übrigens eher kein klassisches Corona-Symptom.

Inzwischen hat aber auch das Universitätsklinikum Marburg eine internetbasierte Entscheidungshilfe für genau diese und ähnliche Fragen erstellt. Bitte geben Sie dazu unter www.covid-online.de einige anonyme Personendaten und Ihre Symptome ein, anschließend erhalten Sie eine individuelle Einschätzung. Zum einen wird Ihnen angezeigt, wie wahrscheinlich eine Corona (COVID-19)-Infektion bei Ihnen ist. Zum anderen wird Ihr persönliches Risiko für einen schweren Verlauf ermittelt und abschließend eine Empfehlung gegeben, was nun zu tun ist (z.B. abwarten, Hausarzt wegen Test kontaktieren, Klinik aufsuchen etc.) .

Außerdem können Sie die COVID-19-Testcenter aufsuchen. Bitte beachten Sie auch die allgemeinen Verfahrensinformationen zum Thema Corona-Virus des Landkreises Marburg-Biedenkopf: https://www.marburg-biedenkopf.de/soziales_und_gesundheit/hygiene/Coronavirus-Informationen.php


Kann mir den nicht ein sogenannter Antikörpertest helfen? Dann wüsste ich doch, ob ich ggf. Corona hatte und nun kein Risiko mehr habe?

Prinzipiell ist Ihre Einschätzung durchaus richtig, obwohl wenige Menschen weltweit eine zweite SARS-CoV-2-Infektion erlitten haben.

Diese Information kann bei der eigenen Risikoeinschätzung helfen, da nach einer Infektion wahrscheinlich zumindest einige Zeit eine Immunität vorliegt. Die wissenschaftlichen Daten sind aber noch nicht ausreichend, um eine 100%ige Sicherheit zu erzielen, d.h. Sie können sich nicht vollständig auf das Ergebnis verlassen.

Die Kosten für die Untersuchung sind eine Privatleistung. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten bisher nicht, Sie können versuchen, die Kosten bei der Krankenkasse geltend zu machen. Die Untersuchung kostet bei uns 37,09 €. Mit dem Ergebnis ist innerhalb von 48 Stunden zu rechnen.

Allerdings muss die Infektion ca. 3-6 Wochen zurückliegen, bis sich die Antikörper gebildet haben.


Ich habe Probleme mit der Atmung durch die Nasenmundmaske. Kann ich mich von der Pflicht zum Tragen der Maske befreien lassen. Ich habe doch eine Lungenerkrankung?

Nein! Es besteht leider keine Möglichkeit, dass wir Sie über die Diagnose einer Lungenerkrankung von der Masken-Pflicht befreien. Grundsätzlich ist dies schon, aber nur in seltenen Fällen (unter anderem bei z.B. psychiatrischen Diagnosen) möglich. Da nur durch konsequente Nutzung der Mund-Nasen-Bedeckung aller Personen das Ansteckungsrisiko sinkt, sollte Sie auch zu Ihrem indirekten eigenen Schutz die Maske tragen. Ein nachteiliger Effekt für Sie ist nicht anzunehmen.

Nur in Ausnahmefällen bei wirklich stärksten Lungenfunktionseinschränkungen (COPD Stadium 4, siehe www.pneumologie.de/covid-19, Neue Stellungnahme Nasen-Mund-Maske) ist ein theoretischer Effekt durch die Maske zu erwarten - allerdings ist sie in diesen Fällen umso wichtiger anzuwenden, da die Patienten zur Risikogruppe gehören.

 

aktuell befinden wir uns ja in einem zweiten Lockdown - die Schulen sind absehbar bis 10. Januar 2021 mindestens geschlossen, folgende Fragen sind aber spätestens hiernach wieder relevant:

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Thema Schule: ich weiß inzwischen nicht mehr, wie ich den Schulbetrieb unter Corona einschätzen soll. Ist das nicht ein großes Risiko? Sollten die Kinder im Unterricht eine Maske tragen? Besteht ein Risiko für eine große Verbreitung des Corona-Virus (Sara-CoV-2)?

Gerade in den aktuellen Tagen wird ja sehr intensiv über das Thema Schule diskutiert. Dieses inzwischen emotional sher belastete Thema sollte man auf wissenschaftlicher Grundlage betrachten: Zum Thema Schule gibt es eine sehr gute Stellungnahme der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin e.V. vom 4. August 2020, die die Gesamtsituation strukturiert aufgearbeitet hat. Die Kernaussage ist: trotz SARS-CoV-2 sollte in jedem möglichen Fall der Schul- und-Betrieb weiterlaufen.

Die Wiedereröffnung von Kitas und Schulen hat in keinem der Länder, in denen ein allgemeiner Rückgang der Infektionen im der Allgemeinbevölkerung zu verzeichnen war und in denen grundlegende Präventionsmaßnahmen weiterverfolgt wurden (Abstand, Maske, Hygiene) zu einem Anstieg der Infektionszeichen bei Kindern und Jugendlichen geführt!

Das gilt auch bei differentierter Betrachtung für die Situationen in Israel, Schweden oder den USA. Hier ist bisher kein sicherer Zusammenhang zwischen Schulöffnung und Fallzahlsteigerung beweisbar.

Es gibt eindeutige Empfehlung hinsichtlich der Schutzmaßnahmen während der Schulzeit/des Kita-Betriebes:

Abstandswahrung wenn praktikabel, Hände waschen, regelmäßiges Lüften, Alltagsmaske! Allerdings ist zum Thema Alltagsmaske zu sagen, dass diese eindeutig nur für Kinder über 10 Jahre (insbesondere in Abwägung des Bildungserfolges und -auftrages und der niedrigen Infektionswahrscheinlichkeit) empfohlen wird. Für Kinder unter 10 Jahren wäre eine Alltagsmaske nur bei Definition eines Risikogebietes (Fallzahlen: über 50 Neuinfektionen innerhalb der letzten 7 Tage pro 100.000 Einwohner) sinnvoll. Auch das Abstandhalten im Klassenzimmer wird erst für Risikogebiete empfohlen. Sportunterricht sollte in jedem Fall bei niedriger oder mittlerer Fallzahl im entsprechenden Landkreis umgesetzt werden.

In KITAs wird für die Kinder keine Mund-Nasenbedeckung empfohlen, für die Erzieher allerdings schon. Eine Abstandsregelung ist zum einen unrealistisch und zum anderen ebenso wenig in der KITA empfohlen.

Sie können die gesamte Empfehlung gerne über den folgenden Link im Detail nachlesen (https://www.dakj.de/allgemein/massnahmen-zur-aufrechterhaltung-eines-regelbetriebs-und-zur-praevention-von-sars-cov-2-ausbruechen-in-einrichtungen-der-kindertagesbetreuung-oder-schulen-unter-bedingungen-der-pandemie-und-kozirkulat/).


Meine Tochter ist 12 Jahre als und hat Asthma. Ist der Schulbetrieb nicht zu gefährlich für meine Tochter?

Nein! Das Risiko für Asthmapatienten ist bei guter Therapieeinstellung nicht erhöht (siehe oben). Gerade für die jüngeren Patienten nicht. Schwere Verläufe einer Coronaerkrankung sind in der Altersklasse eine Rarität. Auch der Hinweis auf sogenannte Kawasaki-Syndrome nach Corona, auf die in den Medien hingewiesen wurde, ändert diese Einschätzung nicht.

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Ich leide an einer sogenannten Schlafapnoe (Atemaussetzer in der Nacht) und benutze eine "Schlafmaske" (CPAP-Therapie). Gehöre ich zur Risikogruppe für eine Covid-19-Erkrankung?

Nein. Bisher gibt es keine Nachweise, dass das Vorliegen einer Schlafapnoe das Risiko erhöht. Hierzu gibt es auch eine zusätzliche Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Schlafmedizin (DGSM) (www.dgsm.de/downloads/aktuelles/Stellungnahme der DGSM_22April2020.pdf).

In vielen Fällen haben Patienten mit Schlafapnoe aber zusätzlich Übergewicht und Bluthochdruck. Diese Zusatzfaktoren können das individuelle Risiko etwas erhöhen.


Ich habe Asthma und bekomme neben meinen "Asthma-Sprays" auch einen sogenannten Antikörper als Spritze verabreicht. Sollte ich diesen nun fortführen oder erhöht dieser mein Risiko für Corona?

Bitte unbedingt den Antikörper fortsetzten. Die adäquate Asthma-Therapie senkt Ihr Risiko. Es gibt bisher keine Hinweise auf einen ungünstigen Effekt der Antikörper im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie rät zur Fortsetzung der Antikörpertherapie, um eine Verschlechterung des Asthmas und damit dann höheres Risiko gegenüber COVID-19 zu vermeiden.


Ich habe gehört, dass wohl die Blutgruppe entscheidend ist, wie eine COVID-19-Infektion verläuft. Stimmt das? Muss ich mir Sorgen machen, wenn ich nicht die "schützende" Blutgruppe 0 habe?

Das Beispiel Blutgruppe ist ähnlich zu betrachten wie z.B. die sogenannten ACE-Hemmer (Blutdruckmittel) zu Anfang der Corona-Pandemie. Es wurden damals Erkenntnisse teilweise nicht ausreichend geprüft sehr schnell veröffentlicht und die Bevölkerung verunsichert. Schlussendlich sind die Blutdruckmedikamente unproblematisch, einige Patienten hatten aber aus Sorge diese abgesetzt und umgestellt mit teils negativen Folgen.

Zum Thema Blutgruppe: hier gibt es erste Hinweise, dass möglicherweise (!) die Blutgruppe ein Baustein sein könnte, der eine Risikoeinschätzung zulässt. Allerdings sind diese Erkenntnisse zur Zeit noch überhaupt nicht belastbar und könnten sich im Verlauf auch noch als falsch herausstellen. Die untersuchten Patientenzahlen sind für eine derartige Fragestellung bisher noch zu klein, um eine verlässliche Aussage zu machen. Auch fehlt es bisher an weiteren Studien, die die Vermutung überprüfen.

Es gilt also auch bei dem Beispiel Blutgruppe: Ruhe bewahren, zunächst einmal die Situation vor Ort hinsichtlich des individuellen Risikos bewerten, allgemeine Schutzmaßnahmen umsetzen und sich nicht durch plötzliche neue (nicht ausreichend gesicherte) Erkenntnisse verunsichern lassen.


Wohin kann ich den aktuell in den Urlaub fahren und was sollte ich beachten?

Natürlich beachten Sie bitte unbedingt die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes beachten (https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/10.2.8Reisewarnungen). Wenn Sie aus einem dort als Risikogebiet eingestuften Land nach Deutschland zurückkehren, sollte aus medizinischen Gesichtspunkten neben einem obligatorischen negativem Corona-Test bei der Einreise auch eine Quarantäne umgesetzt werden mit einem dann zweiten Test. Die Kostenübernahme muss besprochen werden. Aktuell ist eine Quarantäne von zumindest 10 Tagen vorgesehen.


Corona-Warn-App:

Infos über die offizielle Corona-Warn-APP finden Sie unter https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/WarnApp/Warn_App.html, der Download ist über den Apple Store bzw. Google Play möglich.


GRIPPEIMPFUNG

Grippe (Influenza)-Impfung. Sollen jetzt alle Menschen in Deutschland gegen Influenza geimpft werden?

Nein, das ist auch gar nicht zu schaffen! In Deutschland sind gar nicht 80 Millionen Impfdosen vorrätig. Hiergegen spricht auch, dass es keine ausreichenden Erkenntnisse gibt, das Personen der Nicht-Risikogruppe durch eine gleichzeitige Infektion mit SARS-CoV-2 und Influenzaviren einen schweren COVID-19-Verlauf erleiden könnten.

  • Welche Personen sollten denn gegen Influenza geimpft werden?
Gemäß den Empfehlungen der STIKO und der Schutzimpfungs-Richtlinie des G-BA ist die Grippeschutzimpfung als Standardimpfung bei Personen ab 60 Lebensjahren vorgesehen.
Außerdem sollten auch jüngere Patienten (auch Kinder und Jugendliche) mit chronischen Erkrankungen wie chronische Herz-Kreislauf-, Leber-, Nieren- oder Stoffwechselkrankheiten geimpft werden. Außerdem Patienten mit Asthma und COPD sowie Patienten mit Erkrankungen, die das Immunsystem einschränken (z.B. Rheuma, MS etc). Ferner sollten Pflegeheimbewohner und Personen, die mit Risikopatienten im gleichen Haushalt leben geimpft werden.


  • Sollten alle Kinder in der Grippesaison 2020/2021 geimpft werden?

Der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) hat sich Ende August in einem Interview für eine generelle Impfung aller Kinder ausgesprochen. Auch Bundesgesundheitsminister Spahn sah das ähnlich.

Im Gegensatz hierzu sieht die STIKO (Ständige Impfkomission) bisher keinen erhöhten gesamtgesellschaftlichen Nutzen durch eine generelle Grippeschutzimpfung von Kindern!

Sie empfiehlt auch bei Kindern nach oben genannter Risikoeinschätzung zu verfahren (also Kinder- und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen zu impfen).

[aktualisiert am 07.01.2021 23:00h LJ]

 
 
 
 
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