Praxis für Pneumologie
 
Dr. med. Silke Mronga & Dr. med. Lukas Jerrentrup - Fachärzte für Innere Med. / Pneumologie / Schlafmedizin / Allergologie  Praxismitglied des Allergiezentrums Hessen - Ambulantes Schlaflabor

"CORONA"(Covid-19)-Pandemie und Lungenerkrankungen

Sollten Sie an Fieber leiden, melden Sie sich bitte telefonisch vor Ihrem Termin bei uns!

Bitte kommen Sie wenn möglich ohne Angehörige in die Praxis, bringen Sie bitte Ihren Mund-Nasen-Schutz mit!


Unsere Antworten auf Ihre Fragen zu Corona (Covid-19):

Ist Ihre Praxis denn überhaupt noch geöffnet?

Unsere Praxis ist und bleibt geöffnet! Gerade die fachärztliche Versorgung der Patienten mit Lungenerkrankung ist natürlich aktuell extrem wichtig.


Ist es denn nicht gefährlich, jetzt in die Praxis zu kommen?

Nein, wir arbeiten mit FFP2-Masken, die Patienten kommen mit eigenem Mundschutz oder erhalten einen Mund-Nasen-Schutz durch uns. Außerdem können wir aufgrund unserer großzügigen Praxisräume größtmöglichen Abstand zwischen dem Patienten ermöglichen. Darüber hinaus führen wir als Sicherheitsmaßnahmen Temperaturmessung bei allen Patienten durch, um Patienten mit akuten Infektionen sofort aus dem Regelbetrieb herauszunehmen.

Daher melden Sie sich bitte auch im Vorfeld telefonisch bei uns, wenn Sie an Fieber leiden. Sinnvoll ist es, wenn Sie ohne Angehörige in unsere Praxis kommen.


Sollte ich also auch meinen "normalen" Verlaufstermin wahrnehmen?

Eindeutig ja, da häufig eine weitere Verbesserung Ihrer inhalativen Therapie vorgenommen werden kann. Damit möchten wir Ihr persönliches Risiko im Rahmen der Corona-Pandemie möglichst gering halten.


Gehöre ich als Patient mit einer Lungenerkrankung (Asthma, COPD...) zu der "Risikogruppe"?

Dies muss man aus unserer Sicht differenziert betrachten: insbesondere für Patienten mit einer leichten bis mittelschweren Asthma-Erkrankung, die ihre inhalativen Medikamente aktuell ganz konsequent anwenden, sehen wir kein erhöhtes Risiko.

Auch bei Patienten mit einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) halten wir ein Risiko bei den leichteren Krankheitsstadien für nicht relevant erhöht.

Patienten mit einer schwergradigen COPD gehören allerdings definitiv zu der immer wieder erwähnten Risikogruppe, weswegen die aktuellen Schutzmaßnahmen in Deutschland und weltweit umgesetzt werden.

Weitere Risikogruppen sind Patienten mit mehreren Vorerkrankungen, insb. auch Patienten mit Diabetes mellitus und/oder cardiovaskulären Erkrankungen.

Unsere Risikoeinschätung bestätigt sich eindeutig in der nun veröffentlichten Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und des BdP vom 27.4.2019 (siehe www.pneumologie.de/covid-19, dort den Menüpunkt Risikoabschätzung bei Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen). Hier wird dargelegt, dass kein erhöhtes Risiko für Patienten mit leichtem bis mittelschwerem Asthma erwartet wird, die unter ihren inhalativen Medikamenten gut eingestellt sind.


Was kann ich zu meinem persönlichen Schutz tun?

Die wichtigste Empfehlung ist, wie stets vom Robert Koch-Instituts (RKI) und der Bundesregierung wiederholt, die möglichst umfangreiche Vermeidung von sozialen Kontakten, Abstand halten, allgemeine Hygienemaßnahmen.

Wenn Sie ein moderates Asthma oder eine leichtgradige COPD haben, sollten Sie zusätzlich ganz unbedingt die von uns empfohlene inhalative Therapie konsequent anwenden. Weitere Maßnahmen sind zum aktuellen Zeitpunkt nicht zielführend und notwendig.

Für Patienten der Hochrisikogruppe (z.B. schwere COPD) gilt: ganz besonders auf die Vermeidung von Kontakten zu achten (insb. Enkelkinder, Kinder, Jugendliche). Außerdem sollten Sie unbedingt unsere empfohlene Medikation einsetzen (und zwar konsequent!). Darüber hinaus haben wir in vielen Fällen bereits vorab eine Notfall-Medikation verordnet, die dann im Notfall auch selbstständig eingenommen werden kann.

Da bei Corona (Covid-19) außerdem auch gehäuft Komplikationen wie Herzinfarkte, Herzmuskelentzündungen auftreten, ist es nun noch dringender notwendig, einen aktiven Tabakkonsum (z.B. Zigarettenrauchen) unbedingt zu beenden!


Wie sieht das mit der Impfung gegen die Lungenentzündung aus? Schützt die?

Die sogenannte Pneumokokken-Impfung schützt nicht vor Corona (Covid-19), da die Impfung ausschließlich gegen eine bakterielle (nicht virale) Infektion durch Lungenentzündungserreger schützt. Allerdings kann eine Pneumokokken-Impfung vor möglichen Komplikationen bei einer Virus- und auch Corona-Infektion schützen, da bei einer Virusinfektion häufig zusätzliche Infektionen mit Bakterien auftreten.


Sollte ich mich gegen die Lungenentzündung jetzt impfen lassen?

Wenn Sie an einer chronischen Lungenerkrankung leiden, halten wir eine Impfung grundsätzlich für sinnvoll. Allerdings ist der Impfstoff aufgrund der aktuellen Lage sehr knapp und teilweise nur verzögert lieferbar.

Ganz unabhängig von der aktuellen Corona-Pandemie wird Patienten mit einer chronischen Lungenerkrankung in jedem Alter und Patienten ohne weitere Erkrankungen ab dem 60. Lebensalter eine Pneumokokken-Schutzimpfung gemäß der STIKO empfohlen.


Kann ich mein Rezept auch von Angehörigen abholen lassen?

Wenn Sie ein Patient sind, der bei uns in dauerhafter Behandlung ist, ist es in der aktuellen Situation selbstverständlich möglich, dass auch Angehörige mit Ihrer Genehmigung und Ihrer Versichertenkarte bei uns Folgerezepte abholen.


Ist denn mein "Kortison-Spray" nicht aktuell eher schädlich?

Nein! kortisonhaltige inhalative Medikamente werden insbesondere in der Asthma-Therapie, weniger in der COPD-Therapie eingesetzt. Sie sind in der aktuellen Situation (aber auch sonst) außerordentlich wichtig, da sie die chronische Entzündung der Bronchien, die die Lungenerkrankung verursacht, erfolgreich behandeln können. Ihr persönliches Risiko (auch gegenüber Corona/Covid-19) wird durch eine konsequente Einnahme reduziert, nicht erhöht. Bitte lassen Sie nicht aus Angst vor der Kortisonmedikation in der aktuellen Situation die Medikamente weg.

COPD: bei der COPD-Erkrankung benötigen nur wenige Patienten eine Medikation, die auch ein inhalatives Kortison enthält. Wir haben die Medikamente sorgfältig an Ihre persönliche Situation angepasst. Sollten Sie ein sogenanntes Dreifach-Medikation haben (z.B. "Elebrato, Trelegy, Trimbow" - alle enthalten einen Kortisonwirkstoff), dann gilt auch hier: unbedingt und konsequent einnehmen!

Unsere Einschätzung zur Therapie mit kortisonhaltigen Medikamenten bestätigt sich eindeutig in der nun veröffentlichten Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und des BdP vom 27.4.2019 (siehe www.pneumologie.de/covid-19, dort den Menüpunkt Risikoabschätzung bei Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen beachten).


Muss ich mich als Patient mit einer Lungenerkrankung nun krankschreiben lassen?

Natürlich können Sie grundsätzlich keine Krankmeldung erhalten, wenn keine Krankheitssymptome vorliegen! Wir sehen auch überhaupt keine Grundlage, ein grundsätzliches Arbeitsverbot für unsere Patienten mit nicht schwergradigen Lungenerkrankungen zu empfehlen (leichtes bis mittelschweres Asthma und leichte COPD).

Allerdings kann es natürlich insbesondere für Patienten mit zum Beispiel schwerer COPD und höherem Lebensalter (> 60 Jahre) medizinisch durchaus sinnvoll sein (je nach Arbeitsplatz) zur Zeit zu Hause zu bleiben!

Dies muss aber immer und unbedingt mit dem Arbeitgeber direkt abgeklärt werden, der in der aktuellen Situation sicherlich Verständnis hierfür hat und eine einvernehmliche Lösung mit Ihnen finden wird (z.B. Home-Office etc.).


Ich fühle mich erkältet und bin unsicher, ob ich Corona (COVID-19) habe. Was soll ich machen?

Inzwischen hat das Universitätsklinikum Marburg eine internetbasierte Entscheidungshilfe für genau diese und ähnliche Fragen erstellt. Bitte geben Sie dazu unter www.covid-online.de einige anonyme Personendaten und Ihre Symptome ein, anschließend erhalten Sie eine individuelle Einschätzung. Zum einen wird Ihnen angezeigt, wie wahrscheinlich eine Corona (COVID-19)-Infektion bei Ihnen ist. Zum anderen wird Ihr persönliches Risiko für einen schweren Verlauf ermittelt und abschließend eine Empfehlung gegeben, was nun zu tun ist (z.B. abwarten, Hausarzt wegen Test kontaktieren, Klinik aufsuchen etc.) .


Warum wird nicht bei jedem ein Test veranlasst, wenn er mit einer infizierten Person in Kontakt stand?

Ohne Vorliegen von Symptomen hat ein negatives Testergebnis während der Inkubationszeit von 14 Tagen nur eine begrenzte Aussagekraft. Auch wenn Corona (COVID-19) nicht nachgewiesen wurde, kann sich innerhalb der Inkubationszeit dennoch eine Infektion entwickeln. Personen, die nach Kontakt zu einem bestätigten Fall oder Rückkehr aus einem Risikogebiet keine Symptome bemerken und sich noch in der 14-tägigen Inkubationszeit befinden, sollten sich bis zum Ende der Inkubationszeit zuhause aufhalten und soziale Kontakte möglichst vermeiden. Wenn innerhalb der 14 Tage Symptome auftreten, sollte Sie Kontakt mit uns oder der Hausarztpraxis aufnehmen.


Kann mir den nicht ein sogenannter Antikörpertest helfen? Dann wüsste ich doch, ob ich ggf. Corona hatte und nun kein Risiko mehr habe?

Prinzipiell ist Ihre Einschätzung durchaus richtig!

In den vergangenen Wochen waren wir noch sehr zurückhaltend, da großflächig noch kein validiertes Testverfahren angeboten werden konnte. Auch wurden unterschiedliche Testungen vorgenommen. Inzwischen können wir Ihnen aber über unser Labor einen sogenannten IgG-Test anbieten, der relativ sicher feststellen kann, ob eine Infektion mit dem Coronavirus stattgefunden hat.

Diese Information kann bei der eigenen Risikoeinschätzung helfen, da nach einer Infektion wahrscheinlich eine Immunität vorliegt. Die wissenschaftlichen Daten sind aber noch nicht ausreichend, um eine 100%ige Sicherheit zu erzielen, d.h. Sie können sich nicht vollständig auf das Ergebnis verlassen.

Die Kosten für die Untersuchung sind eine Privatleistung. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten bisher nicht, Sie können versuchen, die Kosten bei der Krankenkasse geltend zu machen. Die Untersuchung kostet 37,09 €. Mit dem Ergebnis ist innerhalb von 48 Stunden zu rechnen.

Allerdings muss die Infektion ca. 3-6 Wochen zurückliegen, bis sich die Antikörper gebildet haben.


Ich habe Probleme mit der Atmung durch die Nasenmundmaske. Kann ich mich von der Pflicht zum Tragen der Maske befreien lassen. Ich habe doch eine Lungenerkrankung?

Nein! Es besteht leider keine Möglichkeit, dass Sie über die Diagnose einer Lungenerkrankung von der Masken-Pflicht befreit werden. Nur in seltenen Fällen (zum Beispiel bei psychiatrischen Diagnosen) ist dieses möglich. Da nur durch konsequente Nutzung der Mund-Nasen-Bedeckung aller Personen das Ansteckungsrisiko sinkt, sollte Sie auch zu Ihrem indirekten eigenen Schutz die Maske tragen. Ein nachteiliger Effekt für Sie ist nicht anzunehmen.

Nur in Ausnahmefällen bei wirklich stärksten Lungenfunktionseinschränkungen (COPD Stadium 4, siehe www.pneumologie.de/covid-19, Neue Stellungnahme Nasen-Mund-Maske) ist ein theoretischer Effekt durch die Maske zu erwarten - allerdings ist sie in diesen Fällen um so wichtiger anzuwenden, da die Patienten zur Risikogruppe gehören.


Ich bin Lehrer, habe schon lange Asthma und bin unter 60 Jahre alt. Inzwischen beginnt ja nun wieder der Schulunterricht. Mein Direktor fragt nach Bescheinigungen wegen meiner chronischen Lungenerkrankungen und ob ich arbeiten kann. Stellt mein Asthma ein Risiko für COVID-19 dar, gehöre ich als zur "Risikogruppe" und sollte zuhause bleiben?

Nein. Siehe auch Frage "Gehöre ich als Patient mit einer Lungenerkrankung (Asthma, COPD...) zu der "Risikogruppe?" - Bei gut eingestelltem Asthma unter konsequenter Medikamenteneinnahme sehen wir kein erhöhtes Risiko im Rahmen Ihrer Tätigkeit im Schuldienst.

Unsere Risikoeinschätzung deckt sich dabei mit der Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und des BdP vom 27.4.2019 (siehe www.pneumologie.de/covid-19, dort den Menüpunkt Risikoabschätzung bei Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen beachten).


Meine Tochter ist 12 Jahre als und hat Asthma. Nun soll Sie wieder an einzelnen Tagen in die Schule gehen. Ist das nicht zu risikoreich?

Nein. Das Risiko für Asthmapatienten ist bei guter Therapieeinstellung nicht erhöht (siehe oben). Gerade für die jüngeren Patienten nicht. Schwere Verläufe einer Coronaerkrankung sind in der Altersklasse eine Rarität. Auch der Hinweis auf sogenannte Kawasaki-Syndrome nach Corona, auf die in den vergangenen Tagen in den Medien hingewiesen wurde, ändert diese Einschätzung nicht.

 

Ich leide an einer sogenannten Schlafapnoe (Atemaussetzer in der Nacht) und benutze eine "Schlafmaske" (CPAP-Therapie). Gehöre ich zur Risikogruppe für eine Covid-19-Erkrankung?

Nein. Bisher gibt es keine Nachweise, dass das Vorliegen einer Schlafapnoe das Risiko erhöht. Hierzu gibt es auch eine zusätzliche Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Schlafmedizin (DGSM) (www.dgsm.de/downloads/aktuelles/Stellungnahme der DGSM_22April2020.pdf).

In vielen Fällen haben Patienten mit Schlafapnoe aber zusätzlich Übergewicht und Bluthochdruck. Diese Zusatzfaktoren können das individuelle Risiko etwas erhöhen.


Ich habe Asthma und bekomme neben meinen "Asthma-Sprays" auch einen sogenannten Antikörper als Spritze verabreicht. Sollte ich diesen nun fortführen oder erhöht dieser mein Risiko für Corona?

Bitte unbedingt den Antikörper fortsetzten. Die adäquate Asthma-Therapie senkt Ihr Risiko. Es gibt bisher keine Hinweise auf einen ungünstigen Effekt der Antikörper im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie.


[aktualisiert am 24.05.2020; 22:27h, LJ]