CORONA (Covid-19)-Pandemie und Lungenerkrankungen

UNSERE ANTWORTEN AUF IHRE FRAGEN ZUM THEMA CORONA (wird laufend aktualisiert):

aktuell: Budenosid in der Behandlung einer akuten Coronainfektion

Karl Lauterbach hat auf Twitter (https://twitter.com/karl_lauterbach/status/1381196498113851397) auf eine aktuell Studie verwiesen (veröffentlicht am 9. April 2021 im Lancet Respir Med)  und sieht in dem cortisonhaltigen Asthma-Spray Budenosid einen sogenannten "Game-Changer".  Auch wir registrieren natürlich die positiven Effekte der Asthmasprays, auf die wir selbst  bereits seit einem Jahr hinweisen (gut eingestellte Asthmapatienten überstehen eine COVID-19-Erkrankung häufig sehr gut!), raten aber zur Vorsicht bei der Interpretation der Ergebnisse! Das Medikament wurde bei akuter Corona-Infektion untersucht und verkürzte die Symptomatik um 1 Tag Krankheitsdauer. Das war das wichtigste und eindeutigste Ergebnis der Studie.

Außerdem traten aber in der "Budenosid-Gruppe" weniger Krankenhauseinweisungen auf als in der Kontrollgruppe. Bei allerdings nur 146 Patienten kann man hier noch nicht von sehr guten Daten sprechen. In der "Therapiegruppe" musste ein Patient und in der "Kontrollgruppe" mussten 10 Patienten stationär behandelt werden. Wirklich sehr wenige Patienten, um die Schlagzeile "90% geringere Klinikeinweisung" zu twittern...! Außerdem wurde das inhalative Medikament höchstdosiert eingesetzt, hier sind insbesondere Nebenwirkungen im Mundbereich zur erwarten.

Wir freuen uns über kleine Schritte in die richtige Richtung und sind froh über die weiteren Erkenntnisse. Unsere Empfehlung für Asthma-Patienten: eine gute Therapieeinstellung ist sehr wichtig (siehe unten)! Für Patienten mit einer akuten Corona-Infektion und Luftnotsymptome gilt: Rücksprache mit dem Hausarzt oder betreuenden Facharzt. Der wird dann beraten und ggf. eine medikamentöse Therapie mit einem entsprechenden Asthma-Spray empfehlen und umsetzen.


COVID-19-Impfung


AstraZeneca-Impfung

1) Wie ist das jetzt mit 60jährigen Personen und der Impfreihenfolge und AstraZeneca?

Seit Freitag, 16. April 2021 hat Hessen entschieden, dass inzwischen sind alle Personen ab 60 Jahren zur Corona-Impfung anmelden können (also auch die sogenannte Gruppe 3, allerdings gilt dies zunächst nicht für Patienten der Gruppe 3 unter 60 Jahren - also jüngere Patienten mit bestimmten Vorerkrankungen). Grundlage dieser Entscheidung ist unter anderem, dass aufgrund von Vorbehalten gegenüber dem Impstoff von AstraZeneca immer wieder Termine im Impfzentrum nicht wahrgenommen werden und so leider langsamer als möglich geimpft wird.

Wir bitten Sie unbedingt, geplante ausstehende Impftermine abzusagen, falls Sie z.B. über den Hausarzt bereits anderweitig geimpft wurden. Nur so können wir alle bereits verfügbaren Impfstoffdosen nutzen und insgesamt in Deutschland zügig und umfassend weiter impfen.

Wir verstehen zwar die entstandene Verunsicherung wegen der Impfung mit AstraZeneca, können diese aber ärztlich nicht bestätigen und empfehlen ganz ausdrücklich ab dem Alter von 60 Jahren (also entsprechend der aktuellen Zulassung) eine Impfung mit jedem zugelassenen Impfstoff gemäß der Indikation.


2) Der Impfstoff von AstraZeneca wurde ja nun kurzzeitig nicht mehr geimpft, weil da doch so schlimme Nebenwirkungen aufgetreten sind. Außerdem war er zunächst für über 65 Jährige angeblich nicht gut. Nun wird er ja nur noch bei über 60 Jährigen eingesetzt. Was soll das Hin und Her? Wie kann ich da noch vertrauen? Was sagen Sie denn dazu?

Wir können die Verunsicherung nachvollziehen. Allerdings zeigt dieser Prozess eigentlich gerade, dass wir uns auf die Sicherheitsmechanismen der EMA (europäische Arzneimittelkommission) und des PEI (Paul-Ehrlich-Institut) verlassen können.

Zunächst war die Zulassung von AstraZeneca nur für unter 65jährige Personen der Tatsache geschuldet, dass einfach zu wenig Daten/Erkenntnisse für die ältere Bevölkerungsgruppe vorlagen. Inzwischen sind aber deutlich über 10 Millionen Menschen zum Beispiel allein in Großbritannien insbesondere auch höheren Lebensalters mit AstraZeneca geimpft worden. Daher konnte man im Verlauf der Impfkampange sehr gute Effekte der Schutzwirkung von AstraZeneca bei älteren Menschen bei sehr guter Sicherheit feststellen. Insofern wird nun in Deutschland die Personengruppe > 60 Jahre auch mit AstraZeneca geimpft.

Die extrem seltene (!) a.e. impfbedingte sogenannten Sinusvenenthrombose (Hirnvenenthrombose) konnte im Rahmen der Zulassungsstudie des Impfstoffes nicht auffallen, da sie so selten auftritt, dass diese nur bei großflächiger Impfung von 100.000 bzw. Millionen Menschen erkennbar ist.

Auch hier sind inzwischen die Erkenntnisse deutlich genauer, so dass eine Risikoabschätzung erfolgen kann. Bei > 60 Jährigen tritt diese Nebenwirkungen fast nie auf, so dass hier keine Bedenken einer Impfung mit AstraZeneca bestehen.

Zur Sicherheit wurde dann aber das Impfen von AstraZeneca bei unter 60 Jährigen in Deutschland gestoppt. Das ist folgerichtig und sollte eigentlich nicht zur Verunsicherung, sondern eher zu einem Vertrauen in die genaue wissenschaftliche Begleitung und die Sicherheitsmaßnahmen führen.

Wir halten die Fortsetzung der Impfung mit dem aus unserer Sicht sicheren und guten Impfstoff von AstraZeneca für absolut sinnvoll.


3) Ich hatte aber doch schon eine Thrombose, ist AstraZeneca dann nicht auch gefährlich wenn ich über 60 Jahre alt bin?

Nein! Die sogenannte Sinusvenenthrombose tritt auf völlig anderem Wege auf. Hierbei kommt es durch die Impfung quasi zur einer Antikörperbildung gegen das Gerinnungssystem. Daher komm es hierbei auch (anders als bei der "klassischen" Thrombose) zu einem Abfall der "Gerinnungsplättchen" (Thrombozyten) . Der Pathomechanismus der Sinusvenenthrombose ist also nicht mit "klassischen" venösen oder arteriellen Thrombosen vergleichbar, so dass hier kein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen anzunehmen ist, auch wenn schon eine Thrombose früher aufgetreten ist.


4) Ich bin aber schon einmal mit dem Impfstoff von AstraZeneca geimpft worden und unter 60 Jahre alt. Was mache ich denn nun?

Bislang liegen noch keine umfangreichen Daten zur Zweitimpfung mit einem anderen Impfstoff vor. Allerdings empfiehlt die STIKO (Beschlussentwurf vom 1. April 2021) bei Personen im Alter von < 60 Jahre nach erfolgter Erstimpfung anstelle der zweiten Impfung mit dem Wirkstoff von AstraZeneca nun auf einen mRNA-Impfstoff (also zur Zeit BioNTech oder moderna) auszuweichen - und zwar 12 Wochen nach der Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff. Seit dem 13.4. ist außerdem die Empfehlung von den Gesundheitsministern der Länder bestätigt worden und wird demnach so umgesetzt werden.


COVID-19-Impfstoffe allgemein

Wie viele Impfstoffe sind denn inzwischen zugelassen?

Inzwischen sind nun mit der neuen Zulassung des Impfstoffes von Johnson&Johnson nund neben AstraZeneca, BioNTech und moderna insgesamt vier Impfstoffe gegen COVID-19 in der Europäischen Union zugelassen. Es werden zeitnah weitere Zulassungen erwartet (z.B.  CureVac).

Neben den zwei sogenannten mRNA-Impfstoffen von BioNTech und moderna können wir nun auf zwei "klassische" Impfstoffe von AstraZeneca und nun Johnson & Johnson zurückgreifen. Bei diesen beiden Impfstoffen wird ein Adenovirus als sogenannter Vektor genutzt. Das Verfahren ist ähnlich dem der bekannten Grippeimpfungen. Nach der Überprüfung durch die EMA (europäische Arzneimittelkommission) und das PEI (Paul-Ehrlich-Institut) wird nach der vorsorglichen Impfpause vom 15.3. bis zum 18.3.2021 nun auch wieder der Impfstoff von AstraZeneca eingesetzt. Aufgrund extrem seltenen a.e. impfbedingte Gerinnungsnebenwirkungen (Sinusvenenthrombose) erfolgt inzwischen nur noch die Impfung von > 60 Jährigen. Zwar wird der Impfstoff von Johnson & Johnson in Amerika zur Zeit nicht weiter geimpft, weil ähnliche Nebenwirkungen wie beim anderen sogenannten Vektorimpfstoff AstraZeneca auftraten (extrem seltene Ereignisse). In Deutschland erfolgt allerdings zur Zeit deswegen kein Impfstoff, weil die Firma zur Zeit den Impfstoff aufgrund der FDA (Food and Drug Administration = Arzneimittelbehörde USA) selbst zurückhält.


Was sind die Unterschiede in der Anwendung

Die mRNA-Impfstoffe von BioNTech und moderna werden zwei Mal geimpft. Eine zweite Impfung für den vollen Impfschutz ist mit der Änderung der STIKO-Empfehlung vom 1. April 2021 nun sowohl bei BioNTech als auch bei moderna nach 6 Wochen vorgesehen (zuvor 3 bzw. 4wöchiger Abstand).

Bei den Vektorimpstoffen von AstraZeneca und nun Johnson & Johnson wird nur AstraZeneca nach 12 Wochen ein zweites Mal geimpft (nicht mehr bei Personen < 60 Jahre, die bereits eine Impfung erhalten haben, siehe unten). Johnson & Johnson benötigt nur eine einmalige Impfung. Die Vektorimpfstoffe benötigen keine Tiefkühlung und sind somit gut geeignet für eine Impfung in Arztpraxen.


Kann ich mir den Impfstoff aussuchen?

Eigentlich ist es zur Zeit nicht vorgesehen (aufgrund der Impfstoffknappheit), dass man sich einen Impfstoff aussuchen kann. Allerdings kann es je nach Bundesland und Landkreis die Möglichkeit geben, dies bei der Anmeldung zu Berücksichtigen.

Alle vier bisher zugelassenen Impfstoffe sind sinnvoll und bieten einen hohen Schutz gegen COVID-19. Erst in der laufenden Impfphase werden außerdem noch deutlich genauere Daten hinsichtlich der Schutzwirkung erhoben werden, so dass die bisherigen Informationen über den Schutzeffekt möglicherweise noch ergänzt werden oder sich noch verändern können.

Gegenüber der üblichen Grippeimpfung erreichen alle vier Impfstoffe gegen COVID-19 bessere Effekte in den vorliegenden Zulassungsstudien!

Als Beispiel: in der aktuellen Grippesaison haben sich etwa 20 Millionen in Deutschland impfen lassen - mit einem wirklich großen Effekt: die Grippe (Influenza) tritt zur Zeit kaum auf und ist nicht als relevant einzustufen. Bei hoher Impfquote (ganz gleich mit welchem Impfstoff) ist auch ein ebenso guter Effekt hinsichtlich COVID-19 zu erwarten.


Ich bin Allergiker, darf ich mich überhaupt impfen lassen? Da soll doch ein hohes Risiko bestehen?

Unbedingt dürfen Sie sich als Allergiker gegen COVID-19 impfen lassen. Es gibt eigentlich keine wirklichen Ausschlussgründe (Kontra-Indikationen) gegenüber der COVID-19-Impfung außer Allergien gegen Impfstoffbestandteile. Das überprüft aber z.B. der aufklärende Arzt im Impfzentrum vor der Impfung. Eine klassische Baumpollen-, Gräserpollen- oder Hausstaubmilbenallergie stellt kein Problem dar. Auch bei schwerer verlaufenden Allergieformen (Wespengift, Bienengift, Reaktionen auf Medikamente in der Vergangenheit) darf gegen COVID-19 geimpft werden. Allerdings müssen Sie damit rechnen, dass der aufklärende Arzt im Impfzentrum eine längere Überwachungszeit nach der Impfung empfiehlt (z.B. 30 oder 60 Minuten). Außerdem ist es sinnvoll, wenn Sie ein vorhandenes Notfallset (z.B. bei Insektengiftallergie) im Rahmen der Impfung bei sich führen.


Muss ich Impfabstände zur Corona-Impfung einhalten?

Bitte achten Sie unbedingt bei allen Impfungen zur Zeit darauf, dass mindestens ein Abstand von zwei Wochen zu einer COVID-19-Impfung eingehalten werden muss und planen Sie dies entsprechend ein, um Ihre Impfung gegen COVID-19 nicht zu gefährden.

Antikörper: bei sogenannter Antikörper-Therapie (z.B: Xolair(R), Nucala(R), Fasenra(R), Dupixent(R)) sollte nach aktuellen Erkenntnissen 1 Woche Abstand zur Corona-Impfung eingehalten werden.

Desensibilisierung: auch hier gilt ein Abstand von einer Woche für die klassische "Spritzen-Desensibilsierung", eine Desensibilisierung mit einer Tablette (SLIT) sollte nach der COVID-19-Impfung 1-2 Tage pausiert werden.

[Informationen auf Basis der Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie e.V.]


Ich habe eine Blutverdünnung aufgrund einer Herzerkrankung. Kann ich die Coronaimpfung dennoch bekommen?

Die Coronaimpfung ist nur als sogenannte intramuskuläre Impfung geplant, dennoch gibt es keine Kontraindikation wenn man eine Blutverdünnung einnimmt.

 


Vorgehen (Anmeldung, Hausarzt, Impfzentrum, Reihenfolge)

Wann kann ich mich den bei Ihnen oder in der Hausarztpraxis impfen lassen?

Inzwischen wird ja bereits seit dem 7. April auch in den Hausarztpraxen geimpft. Die Kollegen erhalten allerdings zunächst nur ungefähr 20 Impfdosen pro Woche. Bitte kontaktieren Sie Ihren Hausarzt diesbezüglich.

Aufgrund zwischenzeitlicher Lieferverzögerungen des Impfstoffes von AstraZeneca wurde zunächst ausschließlich mit dem Impfstoff von BioNTech geimpft.

Zunächst war die Focussierung auf die Hausarztpraxen umgesetzt worden (wir halten dieses auf Hausarztpraxen focussierte Vorgehen für sehr sinnvoll) - Allerdings planen wir auch bereits, ab der 17. KW (ab 28. April 2021) in unserer Praxis COVID-19-Impfungen für unsere Patienten zu ermöglichen. Bei Interesse melden Sie sich entweder per Email oder Telefon. Bitte beachten Sie auch bei uns, dass zunächst nur sehr wenig Impfdosen verfügbar seien werden (circa 20 Stück pro Woche). Nach aktuellem Stand wird wahrscheinlich sowohl AstraZeneca als auch BioNTech geliefert werden.

Wenn im Verlauf der Impfstoff von Johnson&Johnson auch in Deutschland verfügbar sein sollte, würde sich dieser Impfstoff neben AstraZeneca und BioNTech auch gut für eine Impfung in der Praxis eignen. Wir sehen im Moment Johnson&Johnson auch bei kein grundsätzliches Problem aufgrund der aktuellen FDA-Überprüfung (Food and Drug Administration = Arzneimittelbehörde USA) und halten diesen Impfstoff neben den anderen zugelassenen Impfstoffen für sehr wichtig zur Pandemie-Bekämpfung.

 

Wie kann ich mir einen Impftermin vereinbaren?

Leider ist das in jedem Bundesland anders geregelt. In Hessen können Sie über die Telefonnummer 116117 einen Impftermin vereinbaren (wenn Sie zur Personengruppe der hohen Priorität (Gruppe 2 ) oder der höchsten Priorität (Gruppe 1) gehören, also zum Beispiel über 70 Jahre alt sind oder wenn Sie über 60 Jahre alt sind und einer Impfung mit AstraZeneca zustimmen). Außerdem können Sie über die Homepage www.impfterminservice.de bzw. in Hessen https://impfterminservice.hessen.de// einen Termin vereinbaren.

 

Wie genau wird die Impfung verteilt? Wer kommt zuerst dran? Was ist nun anders?

In den vergangenen Wochen gab es Änderungen bezüglich der Impfreihenfolge. Im Wesentlichen rückten Patienten mit bestimmten chronischen Erkrankungen (auch Lungenerkrankungen) etwas weiter in der Impfreihenfolge nach vorne.

Mit der Änderung vom 1.4.2021 rücken außerdem Patienten mit chronischer dialysepflichtiger Niereninsuffizienz auch in die Priorisierungsgruppe 2 auf.

Zunächst muss man erstmal verstehen, dass es ein Gesetz zur Impfreihenfolge gibt und darüberhinaus Empfehlungen der sogenannten Ständigen Impfkommission beim RKI (STIKO) zur Impfpriorisierung und den Umgang mit dem Impfstoff.

Die sogenannte "Verordnung zum Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-CoV2" - also die gesetzliche Regelung - wurde zuletzt vom 8.2.2021 vom Bundesgesundheitsministerium geändert.

Die Impfverordnung unterscheidet zwischen

  • höchster (Gruppe 1)
  • hoher (Gruppe 2)
  • erhöhter (Gruppe 3)

Impfpriorität.

Als Neuerung insbesondere für unsere Patienten sind Menschen mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung COPD (o.ä., z.B. auch Lungenfibrose, ggf. Sarkoidose etc.) nun in der Gruppe hohe Priorität (Gruppe 2) - also werden auch jüngere Patienten mit COPD zeitgleich mit Menschen der hohen Prioritätsgruppe geimpft. Natürlich benötigen nur diese Patienten eine extra Bescheinigung (siehe unten).

Asthma-Erkrankte sind der Gruppe erhöhte Impfpriorität zugeordnet (Gruppe 3). Demzufolge werden jüngere Asthma-Patienten also zeitgleich mit Menschen der erhöhten Prioritätsgruppe geimpft. Demnach benötigen nur jüngere Asthma bronchiale-Erkrankte eine extra Bescheinigung (siehe unten).

Impfverordnung_Stand_8_2_2021
CoronaImpfV_BAnz_AT_08.02.2021_V1.pdf (715.14KB)
Impfverordnung_Stand_8_2_2021
CoronaImpfV_BAnz_AT_08.02.2021_V1.pdf (715.14KB)

 



Können Sie mir eine Bescheinigung ausstellen, dass ich schnell geimpft werden kann?

Wenn Sie Patient unserer Praxis sind und an einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung COPD (o.ä. wie z.B. Lungenfibrose, schwere Sarkoidose) leiden und jünger als 60 Jahre sind.

Auch bei einer Asthmaerkrankung erhalten Sie von uns eine Bescheinigung zur vorgezogenen Impfung, wenn Sie jünger als 60 Jahre alt sind.

Sie können in unserer Praxis eine Impfbescheinigung an unserer Rezeption erhalten, wenn die oben genannten Punkte bei Ihnen erfüllt sind. Bitte bringen Sie Ihre Krankenkassenkarte mit. Bitte rufen Sie nicht vorher an (um die Telefonleitung unserer Praxis nicht zu überlasten) und stellen Sie keine Emailanfrage. Sie können einfach zu unseren Praxisöffnungszeiten vorbeikommen.

Auf die Indikation bei medizinischem Personal oder weiteren Berufen (Erzieher, Lehrer, Polizisten) gehen wir hier nicht näher ein, bitte ggf. direkt den Betriebsarzt kontaktieren und/oder weitere Informationen über das Krankenhaus/den Arbeitgeber erfragen.


Abgelaufene CORONA-Infektion und Impfung

Ich hatte schon Corona. Soll ich mich trotzdem impfen lassen? Ich habe von 6 Monaten Abstand gehört? Ist das vorher gefährlich?

Nein, nur Impfen während einer akuten Corona-Infektion würde stärkere Symptomatik verursachen oder wäre gefährlich. Eine COVID 19-Impfung auch früher als 6 Monate nach der Infekion wäre eigentlich nicht problematisch, zur Zeit wird der Impfabstand von 6 Monaten aber deswegen gewählt, weil wir so wenig Impfstoff haben.

Man geht nämlich davon aus, dass Sie nach einer Infektion circa 6 Monate hochwahrscheinlich immun sind (siehe auch Frage zum Thema COVID-19-Antikörper-Test unten), insofern möchte man die Impfdosen zunächst für die gefährdeten Menschen einsetzen.

Aktueller Stand der Empfehlung der STIKO ist: bei nachgewiesener COVID-19-Erkrankung (Antikörpertest) sollte eine einmalige Impfung frühestens 6 Monate nach Genesung erwogen werden.

Es gibt inzwischen auch Hinweise, dass eine Impfung möglicherweise günstige Effekte auf Corona-Langzeitfolgen (long-COVID) haben kann. Hier müssen aber noch weitere und validere Daten folgen.


Was ist, wenn ich nach der 1. Impfung Corona bekomme?

Tritt nach der 1. Impfung eine Corona-Infektion auf, sollte wie eben erwähnt auch hier frühestens 6 Monate nach Genesung die 2. Impfdosis gegeben werden.


Immunerkrankungen, Antikörper und COVID-19-Impfung

Ich habe Rheuma und eine immunsuppressive Therapie? Was muss ich beachten?

Alle Impfstoffe gegen SARS-CoV-2, die derzeit zugelassen sind, sind keine Lebendimpfstoffe. Diese „Nicht-Lebendimpfstoffe“ sind bei Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen und bei Patienten unter immunsuppressiver/immunmodulierender Therapie bei auch anderen Erkrankungen uneingeschränkt einsetzbar.

Sie sollten aber vorher mit Ihrem behandelnden Facharzt sprechen. Es scheint keine besondere Gefährdung für Sie durch eine COVID-19-Impfung trotz immunsuppressiver/immunmodulierender Therapie zu bestehen. Jedoch könnte die Impfung ggf. etwas weniger wirksam sein. Dennoch ist diese natürlich sinnvoll!

Abgesehen von bekannten Allergien gegen Impfstoffkomponenten gibt es keine Kontraindikationen für die COVID-19-Impfung. Das gilt auch für Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen und für Patienten unter immunsuppressiver/immunmodulierender Therapie.

Wenn Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen und Patienten unter immunsuppressiver/immunmodulierender Therapie keinen ausreichend hohen oder langanhaltenden Titer neutralisierender Antikörper aufbauen, muss möglicherweise eine Auffrischung oder eine dritte Impfung erwogen werden. Dafür werden Daten laufender Impfstudien und -beobachtungen kontinuierlich ausgewertet. Eine abschließende Bewertung ist hier noch nicht zu treffen.

Unsere Empfehlung: ganz "normal" impfen lassen, ggf. mit z.B. dem Rheumatologen besprechen, ob man im Verlauf eine Antikörperbestimmung vornimmt.

Basierend auf den Daten der in Deutschland verfügbaren SARSCoV-2-Impfstoffe gibt es derzeit keine Präferenz für einen SARS-CoV-2-Impfstoff gegenüber einem anderen.

[Informationen auf Basis der Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie e.V.]


mRNA-Impfstoff

Was ist das denn mit dieser mRNA-Impfung? Ist die nicht gefährlich, ist doch noch eine ganz neues Verfahren?

Es ist richtig, dass wir es zumindest bei den Firmen modernaCureVac und BioNTech mit einem sogenannten mRNA-Impfstoff zu tun haben. Bei mRNA-Impfstoffen handelt es sich um ein relativ neuartiges Prinzip, bei dem nicht ein sogenanntes virales Antigen verimpft wird, sondern quasi die „Bauanleitung“ dafür. Tatsächlich enthält die Impfung also keine eigentlichen Virusbestandteile, sondern nur die „Bauanleitung“ für die Virushülle.

Zu den Bedenken gegenüber dieser Technik: Fragen zu Erbgutschäden durch die Impfung widerspricht der Chef des sogenannten Paul-Ehrlich-Institutes Professor Dr. Klaus Cichutek eindeutig. Hierfür ergeben sich überhaupt keine wissenschaftlichen Erkenntnisse. Außerdem ist die mRNA- Forschung nicht mehr ganz neu:

Curevac forscht als erstes Unternehmen weltweit zum Beispiel bereits seit 2003 an mRNA- Impfstoffen. Zunächst war die Zielsetzung der Einsatz die Krebstherapie. Bisher werden mRNA-Impfstoffe bei Krebs zwar noch nicht erfolgreich eingesetzt, in den Studien waren aber keine außergewöhnlichen Nebenwirkungen festgestellt worden. Andere „klassische“ Impfungen wie zum Beispiel eine Tollwutimpfung werden bereits seit Jahren in mRNA auch an Menschen untersucht.

 

Können Sie denn ausschließen, dass unter der mRNA-Impfung Spätschäden auftreten?

Natürlich gibt es grundsätzliche keine 100%ige Sicherheit. Zum heutigen Zeitpunkt kann man seltene unerwartete späte Folgen einer Impfung nicht vollständig ausschließen. Wohl aber muss man feststellen, dass bei Anwendung an vielen tausend Patienten in den bisherigen Studien keine Hinweise hierfür festgestellt wurden. Die bekannten Impfreaktionen entsprechen in etwa einer typischen Reaktion bei der Grippeimpfung und sind als harmlos einzustufen.

Man muss auch auf die Frage hinsichtlich möglicher Spätfolgen am besten mit einer Gegenfrage antworten: Was wäre dann die Alternative? Wenn wir also aus Sorge wegen eventueller Nebenwirkungen auf eine Impfung gegenüber COVID 19 verzichten würden, wäre ja die langfristige Folge, dass über die Monate und Jahre durch tatsächliche Corona-Infektionen dann eine sogenannte „Herdenimmunität“ aufgebaut würde. Hierbei würde es zu vielen Todesfällen kommen. Außerdem wissen wir bereits, dass es durchaus Hinweise für Langzeitfolgen einer Coronaerkrankungen gibt.

Insofern sollte eigentlich die Abwägung einer als sehr sicher einzustufenden Impfung gegenüber durchaus realistischen Langzeitfolgen einer Corona-Erkrankung dazu führen, dass man eindeutig die Empfehlungen zu einer Corona-Impfung aussprechen kann.

Sehr informativ ist auch folgendes Video zu genau den Themen "Wirkweise und potentielle Risiken der mRNA-Impfstoffe gegen COVID19" von Martin Moder: https://youtu.be/0LnkoEOHSiM

 

Würden Sie sich denn mit dem neuen mRNA-Impfstoff impfen lassen?

Wir haben uns bereits im Rahmen der Nebentätigkeit als Notärzte im Landkreis Marburg-Biedenkopf impfen lassen. Insofern können wir diese Frage guten Gewissens bejahen.


Schutzmaßnahmen

Muss ich die Maske weiter tragen, wenn ich dann eine Coronaimpfung habe?

Zunächst ändert sich an den Schutzmaßnahmen noch nichts. Sie müssen weiter Maske tragen!

Inzwischen geht man aber auf guter Datenlage davon aus, dass vollständige geimpfte Personen 15 Tage nach der Zweitimpfung keine wesentliche Rolle mehr im Infektionsgeschehen spielen. Daher gilt für Beschäftigte im Gesundheitsbereich und Pflegebereich dann keine Quarantänepflicht mehr. Insofern ist also auch davon auszugehen, dass dann bald auch generell keine Quarantänteregelung mehr greift. Bitte klären Sie zur Zeit dennoch in diesem Falle die Situation in Rücksprache mit dem Gesundheitsamt.

Wir gehen von weiteren zeitnahen Lockerungen für Geimpfte aus (da es sich ja aktuell um schwere Grundrechtseinschränkung durch die Corona-Verordnungen handelt, diese wären bei fehlender Gefahr der Ansteckung und Weiterverbreitung des Virus rechtlich nicht mehr begründbar).

 

Lokale Lage

Wie ist denn zur Zeit die Lage im Landkreis Marburg-Biedenkopf?

Wie in ganz Deutschland ist insbesondere auch im Landkreis Marburg-Biedenkopf die Lage bezüglich Corona-Neuinfektionen sehr angespannt. Sie können die aktuelle lokale Entwicklung unter https://www.marburg-biedenkopf.de/soziales_und_gesundheit/corona/Aktuelle-Corona-Zahlen.php verfolgen - seit dem 18.9.2020 sogar mit detaillierter Angabe der Altersklassen der Infizierten (Quelle: Landkreis Marburg-Biedenkopf).


Quarantäne

Quarantäneregelung, Indexpatient... - wer blickt denn da noch durch?

Der Landkreis Marburg-Biedenkopf stellt seit Anfang November 2020 sehr übersichtlich Antworten zu allgemeinen und behördlich/rechtlichen Fragen wie z.B. Quarantäneregelungen auf seiner Internetseite zur Verfügung. Sie gelangen dorthin über den folgenden Link: https://www.marburg-biedenkopf.de/soziales_und_gesundheit/hygiene/Coronavirus-Informationen.php


 

Praxis in Zeiten von COVID-19

Ist es denn nicht gefährlich, jetzt in die Praxis zu kommen?

Nein, wir arbeiten mit FFP2-Masken, die Patienten kommen mit eigenem Mundschutz oder erhalten einen Mund-Nasen-Schutz durch uns. Außerdem können wir aufgrund unserer großzügigen Praxisräume größtmöglichen Abstand zwischen dem Patienten ermöglichen.

Daher melden Sie sich bitte auch im Vorfeld telefonisch bei uns, wenn Sie an Fieber leiden. Sinnvoll ist es, wenn Sie ohne Angehörige in unsere Praxis kommen.


Ist die Lungenfunktion unter Corona nicht gefährlich, kann ich mich da anstecken?

Nein, durch ein sicheres Filtersystem für jeden einzelnen Patienten ist eine Ansteckung auszuschließen! Außerdem werden die Kontaktflächen nach jeder Messung desinfiziert.


Sollte ich also auch meinen "normalen" Verlaufstermin wahrnehmen?

Eindeutig ja, da häufig eine weitere Verbesserung Ihrer inhalativen Therapie vorgenommen werden kann. Damit möchten wir Ihr persönliches Risiko im Rahmen der Corona-Pandemie möglichst gering halten.


Kann ich mein Rezept auch von Angehörigen abholen lassen?

Wenn Sie ein Patient sind, der bei uns in dauerhafter Behandlung ist, ist es in der aktuellen Situation selbstverständlich möglich, dass auch Angehörige mit Ihrer Genehmigung und Ihrer Versichertenkarte bei uns Folgerezepte abholen.


Risikogruppen

Gehöre ich als Patient mit einer Lungenerkrankung (Asthma, COPD...) zu der "Risikogruppe"?

Dies muss man aus unserer Sicht differenziert betrachten. Obwohl die Impfverordnung und die STIKO-Empfehlung hier mit COPD und Asthma in Risikogruppen einordnet, sehen wir in der klinischen Praxis insbesondere für Patienten mit einer leichten bis mittelschweren Asthma-Erkrankung, die ihre inhalativen Medikamente aktuell ganz konsequent anwenden, kein stark erhöhtes Risiko.

Auch bei Patienten mit einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) halten wir ein Risiko bei den leichteren Krankheitsstadien für nicht stark erhöht.

Patienten mit einer schwergradigen COPD gehören allerdings definitiv zu der immer wieder erwähnten Risikogruppe, weswegen die aktuellen Schutzmaßnahmen in Deutschland und weltweit umgesetzt werden.

Weitere Risikogruppen sind Patienten mit mehreren Vorerkrankungen, insb. auch Patienten mit Diabetes mellitus und/oder cardiovaskulären Erkrankungen.

Unsere Risikoeinschätung bestätigt sich eindeutig in der nun veröffentlichten Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und des BdP vom 27.4.2019 (siehe www.pneumologie.de/covid-19, dort den Menüpunkt Risikoabschätzung bei Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen). Hier wird dargelegt, dass kein erhöhtes Risiko für Patienten mit leichtem bis mittelschwerem Asthma erwartet wird, die unter ihren inhalativen Medikamenten gut eingestellt sind.


Was kann ich zu meinem persönlichen Schutz tun?

Die wichtigste Empfehlung ist, wie stets vom Robert Koch-Instituts (RKI) und der Bundesregierung wiederholt, die möglichst umfangreiche Vermeidung von sozialen Kontakten, Abstand halten, allgemeine Hygienemaßnahmen.

Wenn Sie ein moderates Asthma oder eine leichtgradige COPD haben, sollten Sie zusätzlich ganz unbedingt die von uns empfohlene inhalative Therapie konsequent anwenden. Weitere Maßnahmen sind zum aktuellen Zeitpunkt nicht zielführend und notwendig.

Für Patienten der Hochrisikogruppe (z.B. schwere COPD) gilt: ganz besonders auf die Vermeidung von Kontakten zu achten. Außerdem sollten Sie unbedingt unsere empfohlene Medikation einsetzen (und zwar konsequent!). Darüber hinaus haben wir in vielen Fällen bereits vorab eine Notfall-Medikation verordnet, die dann im Notfall auch selbstständig eingenommen werden kann.

Da bei Corona (Covid-19) außerdem auch gehäuft Komplikationen wie Herzinfarkte, Herzmuskelentzündungen auftreten, ist es nun noch dringender notwendig, einen aktiven Tabakkonsum (z.B. Zigarettenrauchen) unbedingt zu beenden!


Pneumokokkenimpfung

1) Wie sieht das mit der Impfung gegen die Lungenentzündung aus? Schützt die?

Die sogenannte Pneumokokken-Impfung schützt nicht vor Corona (Covid-19), da die Impfung ausschließlich gegen eine bakterielle (nicht virale) Infektion durch Lungenentzündungserreger schützt. Allerdings kann eine Pneumokokken-Impfung vor möglichen Komplikationen bei einer Virus- und auch Corona-Infektion schützen, da bei einer Virusinfektion häufig zusätzliche Infektionen mit Bakterien auftreten.


2) Sollte ich mich gegen die Lungenentzündung jetzt impfen lassen?

Wenn Sie an einer chronischen Lungenerkrankung leiden, halten wir eine Impfung grundsätzlich für sinnvoll. Leider ist der Impfstoff aber zur Zeit weiterhin nur eingeschränkt verfügbar. Zur Zeit haben wir aber wieder einige Impfdosen in unserer Praxis vorrätig.

Ganz unabhängig von der aktuellen Corona-Pandemie wird Patienten mit einer chronischen Lungenerkrankung in jedem Alter und Patienten ohne weitere Erkrankungen ab dem 60. Lebensalter eine Pneumokokken-Schutzimpfung gemäß der STIKO empfohlen.


Ist denn mein "Kortison-Spray" nicht aktuell eher schädlich?

Nein! kortisonhaltige inhalative Medikamente werden insbesondere in der Asthma-Therapie, weniger in der COPD-Therapie eingesetzt. Sie sind in der aktuellen Situation (aber auch sonst) außerordentlich wichtig, da sie die chronische Entzündung der Bronchien, die die Lungenerkrankung verursacht, erfolgreich behandeln können. Ihr persönliches Risiko (auch gegenüber Corona/Covid-19) wird durch eine konsequente Einnahme reduziert, nicht erhöht. Bitte lassen Sie nicht aus Angst vor der Kortisonmedikation in der aktuellen Situation die Medikamente weg.

COPD: bei der COPD-Erkrankung benötigen nur wenige Patienten eine Medikation, die auch ein inhalatives Kortison enthält. Wir haben die Medikamente sorgfältig an Ihre persönliche Situation angepasst. Sollten Sie ein sogenanntes Dreifach-Medikation haben (z.B. "Elebrato, Trelegy, Trimbow" - alle enthalten einen Kortisonwirkstoff), dann gilt auch hier: unbedingt und konsequent einnehmen!

Unsere Einschätzung zur Therapie mit kortisonhaltigen Medikamenten bestätigt sich eindeutig in der nun veröffentlichten Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und des BdP vom 27.4.2019 (siehe www.pneumologie.de/covid-19, dort den Menüpunkt Risikoabschätzung bei Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen beachten).

Es gibt außerdem unsere Einschätzung unterstützend inzwischen eine hochrangige Veröffentlichung (Lancet Respiratory Medicine, veröffentlicht am 9. April 2021) der Wirksamkeit von cortisonhaltigen Asthmasprays in der Akutphase der Erkrankung innerhalb von 3-5 Tagen nach Beschwerdebeginn (Luftnot etc.). Es kam hier zu einer signifikanten aber nicht sehr starken Verkürzung der Krankheitsdauer (1 Tag schneller).


Muss ich mich als Patient mit einer Lungenerkrankung zum Schutz gegen eine Coronaerkrankung krankschreiben lassen?

Natürlich können Sie grundsätzlich keine Krankmeldung erhalten, wenn keine Krankheitssymptome vorliegen! Wir sehen auch überhaupt keine Grundlage, ein grundsätzliches Arbeitsverbot für unsere Patienten mit nicht schwergradigen Lungenerkrankungen zu empfehlen (leichtes bis mittelschweres Asthma und leichte COPD).

Allerdings kann es natürlich insbesondere für Patienten mit zum Beispiel schwerer COPD und höherem Lebensalter (> 60 Jahre) medizinisch weiterhin durchaus sinnvoll sein (je nach Arbeitsplatz) zur Zeit zu Hause zu bleiben!

Dies muss aber immer und unbedingt mit dem Arbeitgeber direkt abgeklärt werden, der in der aktuellen Situation sicherlich Verständnis hierfür hat und eine einvernehmliche Lösung mit Ihnen finden wird (z.B. Home-Office etc.).


Ich fühle mich erkältet und bin unsicher, ob ich Corona (COVID-19) habe. Was soll ich machen?

Natürlich steht hier in erster Linie der Kontakt zu Ihrem Hausarzt im Vordergrund, der das weitere Vorgehen entscheidet.

Außerdem können natürlich Sie die lokalen COVID-19-Testcenter aufsuchen. Bitte beachten Sie auch die allgemeinen Verfahrensinformationen zum Thema Corona-Virus des Landkreises Marburg-Biedenkopf: https://www.marburg-biedenkopf.de/soziales_und_gesundheit/hygiene/Coronavirus-Informationen.php


Kann mir den nicht ein sogenannter Antikörpertest helfen? Dann wüsste ich doch, ob ich ggf. Corona hatte und nun kein Risiko mehr habe?

Prinzipiell ist Ihre Einschätzung durchaus richtig, obwohl Menschen weltweit bereits dennoch eine zweite SARS-CoV-2-Infektion erlitten haben. Allerdings ist in der Regel von einem mindestens 5monatigen Schutz gegenüber eine erneuten COVID-19-Erkrankung zur rechnen (nach aktueller Studienlage).

Die wissenschaftlichen Daten sind aber noch nicht ausreichend, um eine 100%ige Sicherheit zu erzielen, d.h. Sie können sich nicht vollständig auf das Ergebnis verlassen.

Die Kosten für die Untersuchung sind eine Privatleistung. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten bisher nicht, Sie können versuchen, die Kosten bei der Krankenkasse geltend zu machen. Die Untersuchung kostet bei uns 37,09 €. Mit dem Ergebnis ist innerhalb von 48 Stunden zu rechnen.

Allerdings muss die Infektion ca. 3-6 Wochen zurückliegen, bis sich die Antikörper gebildet haben.


Maskenbefreiung

Ich habe Probleme mit der Atmung durch die Maske. Kann ich mich von der Pflicht zum Tragen der Maske befreien lassen. Ich habe doch eine Lungenerkrankung?

Nein! Es besteht leider keine Möglichkeit, dass wir Sie über die Diagnose einer Lungenerkrankung von der Masken-Pflicht befreien. Grundsätzlich ist dies schon, aber nur in seltenen Fällen (unter anderem bei z.B. psychiatrischen Diagnosen) möglich. Da nur durch konsequente Nutzung der Mund-Nasen-Bedeckung aller Personen das Ansteckungsrisiko sinkt, sollte Sie auch zu Ihrem indirekten eigenen Schutz die Maske tragen. Ein nachteiliger Effekt für Sie ist nicht anzunehmen.

Nur in Ausnahmefällen bei wirklich stärksten Lungenfunktionseinschränkungen (COPD Stadium 4, siehe www.pneumologie.de/covid-19, Neue Stellungnahme Nasen-Mund-Maske) ist ein theoretischer Effekt durch die Maske zu erwarten - allerdings ist sie in diesen Fällen umso wichtiger anzuwenden, da die Patienten zur Risikogruppe gehören.

 

Schule

1) Thema Schule: ich weiß inzwischen nicht mehr, wie ich den Schulbetrieb unter Corona einschätzen soll. Ist das nicht ein großes Risiko? Besteht ein Risiko für eine große Verbreitung des Corona-Virus (Sara-CoV-2)?

Zum Thema Schule gibt es eine sehr gute Stellungnahme der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin e.V. vom 4. August 2020, die die Gesamtsituation strukturiert aufgearbeitet hat. Die Kernaussage ist: trotz SARS-CoV-2 sollte in jedem möglichen Fall der Schul- und-Betrieb weiterlaufen.

In KITAs wird für die Kinder keine Mund-Nasenbedeckung empfohlen, für die Erzieher allerdings schon. Eine Abstandsregelung ist zum einen unrealistisch und zum anderen ebenso wenig in der KITA empfohlen.

Sie können die gesamte Empfehlung gerne über den folgenden Link im Detail nachlesen (https://www.dakj.de/allgemein/massnahmen-zur-aufrechterhaltung-eines-regelbetriebs-und-zur-praevention-von-sars-cov-2-ausbruechen-in-einrichtungen-der-kindertagesbetreuung-oder-schulen-unter-bedingungen-der-pandemie-und-kozirkulat/).


2) Meine Tochter ist 12 Jahre als und hat Asthma. Ist der Schulbetrieb nicht zu gefährlich für meine Tochter?

Nein! Das Risiko für Asthmapatienten ist bei guter Therapieeinstellung nicht relevant erhöht (siehe oben). Gerade für die jüngeren Patienten nicht. Schwere Verläufe einer Coronaerkrankung sind in der Altersklasse eine Rarität. Auch der Hinweis auf sogenannte Kawasaki-Syndrome nach Corona, oder das sogenannte PIMS (Paediatric Inflammatory Multisystem Syndrome) (auf die in den Medien hingewiesen wurde, ändert diese Einschätzung nicht.





Ich leide an einer sogenannten Schlafapnoe (Atemaussetzer in der Nacht) und benutze eine "Schlafmaske" (CPAP-Therapie). Gehöre ich zur Risikogruppe für eine Covid-19-Erkrankung?

Nein. Bisher gibt es keine Nachweise, dass das Vorliegen einer Schlafapnoe das Risiko erhöht. Hierzu gibt es auch eine zusätzliche Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Schlafmedizin (DGSM) (www.dgsm.de/downloads/aktuelles/Stellungnahme der DGSM_22April2020.pdf).

In vielen Fällen haben Patienten mit Schlafapnoe aber zusätzlich Übergewicht und Bluthochdruck. Diese Zusatzfaktoren können das individuelle Risiko etwas erhöhen.


Ich habe Asthma und bekomme neben meinen "Asthma-Sprays" auch einen sogenannten Antikörper als Spritze verabreicht. Sollte ich diesen nun fortführen oder erhöht dieser mein Risiko für Corona?

Bitte unbedingt den Antikörper fortsetzten. Die adäquate Asthma-Therapie senkt Ihr Risiko. Es gibt bisher keine Hinweise auf einen ungünstigen Effekt der Antikörper im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Mehrere Patienten unserer Praxis mit Antikörpertherapie bei Asthma haben inzwischen eine COVID-19-Erkrankung erlitten und diese mit nur milder Symptomatik überstanden.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie rät zur Fortsetzung der Antikörpertherapie, um eine Verschlechterung des Asthmas und damit dann höheres Risiko gegenüber COVID-19 zu vermeiden. Es sollte ein Abstand zur COVID 19 Impfung eingehalten werden (siehe oben).


Ich habe gehört, dass wohl die Blutgruppe entscheidend ist, wie eine COVID-19-Infektion verläuft. Stimmt das? Muss ich mir Sorgen machen, wenn ich nicht die "schützende" Blutgruppe 0 habe?

Das Beispiel Blutgruppe ist ähnlich zu betrachten wie z.B. die sogenannten ACE-Hemmer (Blutdruckmittel) zu Anfang der Corona-Pandemie. Es wurden damals Erkenntnisse teilweise nicht ausreichend geprüft sehr schnell veröffentlicht und die Bevölkerung verunsichert. Schlussendlich sind die Blutdruckmedikamente unproblematisch, einige Patienten hatten aber aus Sorge diese abgesetzt und umgestellt mit teils negativen Folgen.

Zum Thema Blutgruppe: hier gibt es erste Hinweise, dass möglicherweise (!) die Blutgruppe ein Baustein sein könnte, der eine Risikoeinschätzung zulässt. Allerdings sind diese Erkenntnisse zur Zeit noch überhaupt nicht belastbar und könnten sich im Verlauf auch noch als falsch herausstellen. Die untersuchten Patientenzahlen sind für eine derartige Fragestellung bisher noch zu klein, um eine verlässliche Aussage zu machen. Auch fehlt es bisher an weiteren Studien, die die Vermutung überprüfen.

Es gilt also auch bei dem Beispiel Blutgruppe: Ruhe bewahren, zunächst einmal die Situation vor Ort hinsichtlich des individuellen Risikos bewerten, allgemeine Schutzmaßnahmen umsetzen und sich nicht durch plötzliche neue (nicht ausreichend gesicherte) Erkenntnisse verunsichern lassen.


Wohin kann ich den aktuell in den Urlaub fahren und was sollte ich beachten?

Natürlich beachten Sie bitte unbedingt die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes beachten (https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/10.2.8Reisewarnungen). Wenn Sie aus einem dort als Risikogebiet eingestuften Land nach Deutschland zurückkehren, sollte aus medizinischen Gesichtspunkten neben einem obligatorischen negativem Corona-Test bei der Einreise auch eine Quarantäne umgesetzt werden mit einem dann zweiten Test. Aktuell ist eine Quarantäne von zumindest 10 Tagen vorgesehen.

Außerdem ist eine Test-Pflicht für Einreisen per Flugzeug nach Deutschland vorgesehen (Test bereits vor Abflug, Mitnahme im Flugzeug nur bei negativem Testergebnis).


Corona-Warn-App:

Infos über die offizielle Corona-Warn-APP finden Sie unter https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/WarnApp/Warn_App.html, der Download ist über den Apple Store bzw. Google Play möglich.

[aktualisiert am 20.04.2021 um 18:06h LJ]

 
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